„Wie man ein Schmetterling wird.”

“Das kurze, mutige Leben meiner Tochter Reyhaneh Jabbari“ – Lesung für die Deutschkurse der Q3

geschrieben von Madita-Elin Geyer
Foto der Iranerin Reyhaneh Jabbari, um deren Leben und Sterben es bei einer Lesung für die Q3 ging.Im Januar fand im Deutschunterricht der Q3 eine Lesung zur Autobiografie „Wie man ein Schmetterling wird: Das kurze, mutige Leben meiner Tochter Reyhaneh Jabbari“ statt. Das Buch von Shole Pakravan und Steffi Niederzoll erzählt die wahre Geschichte Reyhaneh Jabbaris aus den Jahren 2007 bis 2014 und bildet die literarische Grundlage des Dokumentarfilms „Sieben Winter in Teheran“, der 2023 mit dem Friedensfilmpreis der Berlinale ausgezeichnet wurde.

Im Mittelpunkt der rund 60-minütigen Lesung stand das Schicksal der jungen Iranerin Reyhaneh Jabbari, die hingerichtet wurde, nachdem sie sich gegen einen sexuellen Übergriff gewehrt hatte. Die Lesung machte deutlich, wie stark das Machtgefälle zwischen Männern und Frauen im iranischen Rechtssystem ist und wie Frauen für erlebte Gewalt moralisch verantwortlich gemacht werden. Thematisiert wurden unter anderem staatliche Repression, Polizeigewalt sowie die systematische Missachtung von Frauen- und Menschenrechten im Iran. Der Fokus des Buches, so machten die Leserinnen deutlich, liegt allerdings auf der Kritik der Todesstrafe im Iran.

Die Lesung wurde von drei Kolleginnen der Lehrkräfteakademie gestaltet und mit Bildern untermauert, unter anderem durch das Symbol des Schmetterlings, der für Freiheit, Würde, aber vor allem für Reyhanehs letzten Wunsch steht. Dabei stand die Lesung auch unter der Frage, ob Literatur politisch sein soll oder sogar sein muss. Sowohl bei den Schülerinnen und Schülern als auch bei den Leserinnen war die emotionale Wirkung deutlich spürbar. In der anschließenden Fragerunde wurde mit großem Interesse über die Hintergründe des Buches, das Leben von Reyhanehs Mutter Shole Pakravan und den dokumentarisch-literarischen Charakter des Werks gesprochen.

Die Veranstaltung zeigte eindrücklich, dass Reyhanehs Geschichte kein Einzelfall ist, sondern stellvertretend für viele Schicksale steht und dass Literatur ein wichtiger Appell gegen Unrecht und das Vergessen sein kann.

Dank an die Aufgabenfeldleiterin Silke Flemming!

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