MINT-Projekttage 2022 der 8. Klassen

Themen Vielfalt und Nachhaltigkeit prägen die Projektwoche im Juli

Nachdem die MINT-Projekttage in den letzten beiden Jahren coronabedingt ausfallen mussten, konnten sich die Achtklässlerinnen und Achtklässler in diesem Jahr wieder ein Projekt aus einem vielfältigen Angebot auswählen: Programmieren eines Roboters oder einer CO2-Ampel, Entwicklung von „Exit-Spielen“, Herstellung von Cremes und Seifen, Produktion von Erklärvideos, Nachhaltigkeit, Klimaschutz beim Essen, Leben im Jahr 2040 und „Schüler retten Leben“; ein reichhaltiges Angebot von Lio-Lehrkäften, Studierenden der JLU und anderen externen Anbietern. Für drei Tage beschäftigten sich die Jugendlichen intensiv und mit zumeist mit sehr viel Freude und Engagement mit dem selbst gewählten Schwerpunkt. Patrick Röder, kommissarischer Aufgabenfeldleiter der MINT-Fächer und Organisator der Projekttage, zeigte sich von der Atmosphäre in den Gruppen begeistert und sprach allen Kolleginnen und Kollegen sowie externen Unterstützern, die die drei Tage so engagiert und hervorragend vorbereitet haben, seinen herzlichen Dank aus.

„Klimaschutz beim Essen – wie geht das?“

In diesem Projekt konnten die Achtklässler sehr vielfältige, vor allem auch praktische Erfahrungen in der Küche sammeln, woran sie viel Freude hatten: Es wurden (Kräuter-) Butter, Margarine und Joghurt selbst hergestellt, ein vollwertiges fleischhaltiges und fleischloses Mittagessen zubereitet und nach einer Markrallye auf dem Gießener Wochenmarkt zum Abschluss ein selbstgemachter Obstsalat verzehrt. Ein bisschen „Dschungelcamp“-Feeling kam auf, als verschiedene essbare Insektenarten vorgestellt und probiert wurden.
Über all der Praxis stand die Frage, wie eine klimafreundliche Ernährung, die bei der Herstellung, Verarbeitung und dem Vertrieb der Lebensmittel auf eine möglichst geringe Freisetzung der klimaschädlichen Treibhausgase CO2 und Methan achtet, funktionieren kann. Dazu wurden über die drei Projekttage hinweg sehr viele, unterschiedliche Aspekte erarbeitet, zum Abschluss in einer Collage gesammelt und ihre Alltagstauglichkeit reflektiert.
Vielleicht wird ja die/der ein/e oder andere nun zum Klimatarier!

„Leben im Jahr 2040“

Im Projekt „Leben im Jahr 2040“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler in Videostreams des von der Hans Riegel Stiftung unterstützten „TOUCH TOMORROW Teams“ mit Fragen der Mobilität und der Nutzung künstlicher Intelligenzen von heute und im Blick auf die Entwicklung in den nächsten Jahren. Ergänzend stand am Dienstag ein Besuch der Sonderausstellung „Zukunft gestalten – Wie wollen wir leben?“ des Senckenberg-Museums in Frankfurt auf dem Programm. Hier gingen die Jugendlichen zudem den Fragen nach, wie wir zukünftig zum Beispiel bei der Ernährung oder der Produktion von Kleidung nachhaltig und ökologisch bewusst Handeln könnten, um uns eine lebenswerte Welt zu erhalten. Zum Abschluss präsentierten die Teilnehmenden kurz, welche Zukunftsidee sie besonders überrascht, fasziniert oder begeistert hat.

„Kryptographie: Erstellung eines Exit-Games“

In dem Workshop erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler Grundlagen der Ver- und Entschlüsselung von Nachrichten. Historische Verschlüsselungsmethoden wie die Caesar-Scheibe oder Skytale-Vertauschungen wurden von den Schülerinnen und Schüler selbständig erkundet und eingeübt. Ihr erworbenes Wissen setzten sie anschließend in einem Exit-Game kreativ um und erprobten die entwickelten Spiele.

„Kosmetik in der Chemie“

Im Projekt „Kosmetik in der Chemie“ drehte sich alles um pflegende Cremes, betörende Düfte sowie selbstgemachte Seifen. Die Teilnehmenden stellten dabei ihre eigene Kosmetik her: So wurden Cremes aus Mandel- oder Avocadoöl gerührt, eigene Duftkompositionen aus ätherischen Ölen kreiert und Badeseifen selbst geknetet und gegossen. Darüber hinaus lernten die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer auch noch, welche interessanten Zusammenhänge zur Chemie denn in Kosmetik stecken. Am Ende jeden Tages konnten die fertigen Produkte mit nach Hause genommen werden.

„Schüler retten leben“

In dem Projekt „Schüler retten leben“ beschäftigten sich die Teilnehmer damit, was zu tun ist bei einem Atem- und Kreislaufstillstand. Am ersten Tag, konnten die SuS, nach einer Einführung, an bereitgestellten Puppen die Grundlagen der Lebensrettung üben. Dabei wurden die Reanimation und der Umgang mit einem AED (Automatisierter externer Defibrillator) erlernt und geübt. Am 2. Tag wurden die Teilnehmer von Mitarbeiterinnen der Johanniter-Unfall-Hilfe mit den wichtigsten Maßnahmen der Ersten Hilfe vertraut gemacht. Der dritte Tag im Simulationszentrum des UKGM der Universität Gießen bot den Schülerinnen und Schülern noch einmal besonders eindrucksvoll die Möglichkeit, das Gelernte an BLS-Puppen anzuwenden. Die Vermittlung der Grundlagen von Intubationsbeatmung sowie der Besuch des Herz-Kathederlabors der Kardiologie waren besonders eindrucksvoll.
Herzlichen Dank an Dr. Kuhn, Christoph Imiela und die Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin sowie der Johanniter-Unfall-Hilfe für die Durchführung dieses spannenden Projektes.

„JIA-Camp Elektronikexperimente und Programmierung“

Ohne teure Ausrüstung erfuhren Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Gießen-Ost und der Liebigschule gemeinsam im von der Telekom-Stiftung geförderten JIA-Camp, wie man Microcontroller nutzt, um selbst einfache technische Geräte zu bauen. Am ersten Tag tauchte die Gruppe mit dem „Microbit“ in die Welt der Microcontroller ein und lernte mit „OpenRoberta“ Grundlagen der Programmierung (Schrittzähler, Spiel, Thermometer,…). Am nächsten Tag wurden mit dem Arduino weitere Projekte (Blinkerschaltungen, Einbindung von Sensoren,…) erstellt und erste Erfahrungen im Coden gemacht. Der Höhepunkt des Tages war der Besuch des Gießener Makerspace, wo die Gruppe viel über das dortige spannende Angebot (3D-Drucker, Lasercutter etc.) erfahren konnte. Zum Schluss baute die Gruppe am Mittwoch für ihre Schulen mehrere CO2-Ampeln. Damit die Schüler zu Hause weiter experimentieren können, erhielt jeder ein kostenloses Experimentierset.

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