Kinder- und Jugendparlament Marburg an der Lio

Kinder haben Rechte. Kinder haben das Recht auf Beteiligung. Doch wie kann dies neben der aktiven Tätigkeit in der SV an der Schule oder im Rahmen der Kinder- und Jugendbeteiligung in Gießen auch aussehen?

Kinder- und Jugendparlament Marburg zu Gast bei unseren 7. Klassen Eine eindrucksvolle Antwort auf diese Frage erhielten die Klassen der Jahrgangsstufe 7 imJanuar 2026. Im fächerverbindenden PoWi- und Ethik-Unterricht gab Friederike Könitz spannende Einblicke in die Arbeit des Kinder- und Jugendparlaments Marburg, das bereits seit 1997 besteht.
Aktuell engagieren sich über 100 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 18 Jahren in diesem Parlament. Alle zwei Jahre werden die Mitglieder neu gewählt – und genau jetzt beginnen die Wahlen an den Marburger Schulen. Das Kinder- und Jugendparlament bietet jungen Menschen damit nicht nur eine Stimme, sondern echte Mitgestaltungsmöglichkeiten in ihrer Stadt.
Die Arbeit des Parlaments geht dabei weit über das Formulieren von Anträgen hinaus, die an die Stadtverordnetenversammlung weitergeleitet werden.

Die jungen Parlamentarierinnen und Parlamentarier werden selbst demokratisch aktiv: Sie entwickeln eigene Projekte, engagieren sich sozial und setzen sich für die Interessen ihrer Altersgruppe ein. Fahrten zu bedeutenden Orten der Demokratie, etwa nach Bonn oder Berlin, gehören ebenso dazu wie die Nutzung des Rederechts im Marburger Stadtparlament einmal im Jahr. Bemerkenswert ist auch das kleine eigene Budget von derzeit 6.000 Euro, über dessen Verwendung die Kinder und Jugendlichen selbst entscheiden – stets im Sinne ihrer Generation.

Im Austausch mit den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 7 wurde deutlich, welche Themen junge Menschen in Marburg und Gießen besonders bewegen. In allen fünf Klassen herrschte große Einigkeit: Dringender Verbesserungsbedarf wird im Verkehrswesen gesehen, etwa beim Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der Kostenübernahme von Schülertickets, der Erweiterung von Fahrradwegen und fußgängerfreundlicheren Ampelschaltungen. Auch Fragen der Sicherheit, insbesondere eine bessere Beleuchtung an unsicheren Orten, standen im Fokus. Darüber hinaus wünschen sich die Jugendlichen eine kinder- und jugendgerechtere Stadtgestaltung mit mehr Aufenthaltsorten wie Bolzplätzen. Verbesserungen an den Schulen – allen voran bei dem Zustand der Schultoiletten – werden ebenfalls gefordert.
Was alle Beteiligten von diesem Tag mitnahmen, lässt sich in einem Satz zusammenfassen:
Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist möglich – und sie ist nötig.
Vielen Dank für die Organisation an Grit Arnold, Mateusz Masielajc, Axel Schleifer, Dr. Leonhard Krombach, Claudia Hahn und Matthias Sehr fürs Durchführen!

Zurück