Junge Musiker der Liebigschule begeistern beim Musikabend
Beim gut besuchten Konzert in der Aula präsentierten Schüler eigene Arrangements und überzeugten mit musikalischer Vielfalt.
Einen gemütlichen Musikabend konnte man erwarten, allerdings kombiniert „mit fachpraktischer Prüfung im Leistungskurs 13“. Am Mittwochabend war die Aula der Liebigschule jedenfalls sehr gut besucht und die Mitwirkenden strahlten größte Unternehmungslust aus. Das Programm wies zudem einige sehr attraktive Titel auf.
Damit sollten die jungen Musiker auch auf einen wichtigen Aspekt ihrer musikalischen Entwicklung vorbereitet werden, den öffentlichen Auftritt und eventuell sogar eine eigene Moderation. Seit Jahren hätten die jungen Musiker „viel Freude am gemeinsamen Musizieren“, sagte Musiklehrer Jens Velten zur Begrüßung. Nun seien sie „mutig angetreten, ihre Errungenschaften auch öffentlich zu präsentieren“. Vieles am Konzert hätten sie selbst ausgewählt und gestaltet. Insofern wurden mehrere Stücke auch von Schülern dirigiert, teilweise auch moderiert.
Den Anfang machte das Ensemble Q3 mit Ray Parkers Eröffnungsmusik zu „Tim und Struppi“; Leitung und Arrangement: Leonard Hoßner. Das war noch nicht ganz rund, doch den korrekten orchestralen Duktus und Klang brachten die jungen Musikerinnen und Musiker verblüffend gut zustande; das machte Spaß.
Eindrucksvoll musizierte Juwon An Chopins Sonate d-Moll 65, makellos begleitet von Herrmann Wilhelmi. Sie spielte Satz drei und zwei, wobei schon zu Beginn deutliche Zeichen stimmiger persönlicher Gestaltung zu verzeichnen waren. Stark: ob Verve oder zarte Stimmung, An bekam es hin; großer Beifall.
Ein Glanzlicht lieferte Madita-Elin Geyer mit einem Präludium und Allegro von Fritz Kreisler, Joachim Geyer begleitete. Sie agierte formal sicher und hatte die komplexe Komposition gut im Griff, inklusive einiger flotter Läufe, aber auch Anzeichen von Beschaulichkeit. Zum Ende hin noch ein superschneller Lauf, top konzentriert musiziert: exzellent.
Jonathan Pilatz präsentierte eine Vorschau auf ein Element des Weihnachtskonzerts in der Bonifatiuskirche am 8. Dezember um 19.30 Uhr. Er fügte Klavier- und Orgelfassungen von Guillmants Symphonie Nr. 1 d-Moll für Orgel und Orchester op. 42 zusammen. Er begann mit der Fassung für Fuge und wechselte sehr unterhaltsam und instruktiv zwischen Orgel und Klavier. Abschluss war mit Orgel („sehr majestätisch“) in einem sanften Schwung und dann sakralem getragenen Duktus.
Große Kompetenz zeigte Katrin Krimker am Klavier. Tief in sich ruhend musizierte sie Chopins Nocturne in c-Moll op. 48 Nr. 1 mit plausiblem Ausdruck. Das war nicht vollkommen, aber sehr transparent gespielt, ein Höhepunkt.
Im Trio musizierten Juwon An (Cello), Katrin Krimker (Klavier) und Jonathan Pilatz (Kontrabass) Vivaldis Sonate Nr. 5 e-Moll für Violoncello und Basso continuo. Sie schufen eine gute Atmosphäre und musizierten sehr geschlossen.
Das Orchester (Ensemble 03) machte den Abschluss mit der Sinfonie D-Dur op. Nr. 3 von Johann Stamitz. Unter der Leitung von Jonathan Pilatz kam das ganz geschlossen und mit gut gestaltetem Sound und ebensolcher Dynamikgestaltung: ein sehr angenehmer Abend. Silke Flemming von der Schulleitung formulierte abschließend herzlich den Dank an die jungen Akteure, „dafür, dass sie uns schon seit Jahren durch ihr Tun erfreuen“.
Ein Konzertbericht von Heiner Schultz (Gießener Anzeiger vom 11.2025)
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