MINT

Berichte aus den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik

Drucken

Virtuelle Welten und steinharte Pisten

Geschrieben von Noel Dörr.

OPEL-LogoAcht Gigabyte Arbeitsspeicher, mehrere Prozessoren, eine über zwei Terabyte große Festplatte und zur Visualisierung eine "3D-Powerwall",  auf die der Beamer eine Projektion wirft. Wer hätte nicht gerne einen solchen Rechner zu Hause?

Werkshalle Opel spart durch diese innovative Technologie mehrere Milliarden Euro pro Jahr. Durch die Simulationen können nicht nur kreative Gestaltungsideen für die Fahrzeugmodelle entwickelt werden, sondern auch die Aerodynamik geprüft und verbessert werden.

Des Weiteren können Crashtests simuliert werden, welche sonst sehr teuer sind, da Prototypen dafür zu Schrott gefahren werden und diese jeweils knapp eine halbe Million Euro kosten.
Durch die Simulation am Großrechner ist Opel also wesentlich effektiver als ein Großteil der Automobilkonkurrenz.

Dass frischer Wind durch das Unternehmen bläst, welches zuletzt noch so viele Mitarbeiter entlassen musste, da der Mutterkonzern General Motors Stellen strich, sollten Reporter dann noch auf der Teststrecke in Dudenhofen erleben. Dort werden auf einem riesigen Gelände die Prototypen und ältere Modelle beim Befahren aller Arten von Straßen auf Herz und Nieren geprüft.

Teststrecke Schotter, Schlamm, Kopfsteinpflaster, Feldweg, geteerte Straße, Hügel, Hochgeschwindigkeitskurs, Beton, Schlaglöcher, Salzbad, Sprunghügel, ernorme Steigung und starkes Gefälle sowie Wassergräben. Hier findet sich alles wieder, womit ein Auto in seinem hoffentlich langen Leben zu kämpfen haben könnte. Allerdings viel extremer. Die Belastung ist sehr viel höher, sodass das Auto fünfmal schneller als auf normaler Strecke altert. Hat ein Auto demnach 20.000 km auf der Teststrecke gefahren, so entspricht dies 100.000 km.
Und es war wahrhaftig nichts für empfindliche Mägen, mit den Testpiloten im neuen Vectra über diese Terrains zu heizen.

Die Rüsselsheimer haben unter Beweis gestellt, dass sie sich weiterhin im internationalen Wettbewerb behaupten können. Auch wenn Stellen gestrichen werden und neue Technologie meistens Arbeitsplätze ersetzt, so ist sie doch vonnöten, um sich gegen andere Unternehmen durchsetzten zu können und ein möglichst attraktives, sicheres und preisgünstiges Auto auf den Markt zu bringen.
Drucken

Darmstadt - we don't have a problem

Geschrieben von Noel Dörr.

ESA-GebäudeIn letzter Zeit hört man nur noch von ihr. Die Errungenschaften der Europeen Space Agency (ESA) gehen durch die Medien. Es scheint, die europäische Raumfahrtbehörde hat sich nun endgültig neben der Amerikanischen NASA etabliert. Und das, obwohl ihr mit 3 Milliarden Euro nur knapp ein vierzehntel der Mittel der Amerikaner zur Verfügung stehen.

Finanziert von den insgesamt 15 Mitgliedsländern die allesamt im geografischen Europa liegen, macht die ESA jedoch weit mehr als die wunderbaren Bilder vom Saturnmond die wir alle aus den Medien kennen. Sie überwacht die vielen Satteliten die unsere Erde umkreisen, führt Kurskorrekturen durch, schickt Sonden ins All um neue Forschungserkenntnisse zu erhalten,  plant und baut neuartige Raumfahrtteile und versucht auf die vielen Fragen übers Universum antworten zu finden.

KontrollraumWir hatten das Glück als Reportertruppe einen Blick hinter die Schranken des Hochsicherheitsgeländes zu werfen und uns ein Bild von der Arbeitsumgebung der Wissenschaftler zu machen. Und uns wurde nichts vorenthalten. Nach den fundierten Informationen über das Unternehmen, die Missionen und Zukunftsvisionen, wurden wir in den Operation Control Raum geführt. Das ist der Raum, bei dem die sich die führenden Spezialisten während dem Start einer Rakete aufhalten, um ihn zu überwachen und zu kontrollieren.
Dieser bleibt der Öffentlichkeit und selbst einigen Mitarbeitern normalerweise unzugänglich, doch wir genossen dieses Privileg mit großer Faszination und Euphorie.

Nachdem wir auch noch einige andere Büroräume gesehen hatten, und mehrere funktionstüchtige Sonden begutachtet hatten, dazu reichlich informiert wurden, führte man uns  schließlich in die Kantine,  womit das eigentliche Programm beendet war.

Nun war es an uns zu zeigen, was wir in vorhergehenden Veranstaltungen der Tekno-Now-Reihe, zum Beispiel beim Interviewtraining, gelernt hatten.
Was uns bislang noch fehlte war vor allem der soziale Aspekt.

Fragen schwirrten uns durch den Kopf:
Wie arbeitet es sich bei der ESA?
Welche Leute machen all dies möglich?

ArianeSo haben wir uns nach dem Essen zu einer Gruppe von 3 Mitarbeitern gesetzt und mit ihnen über die ESA, ihre Arbeit, ihre Ausbildung, und natürlich über ihre Person selbst geredet.
Sie bestätigten uns aus erster Hand, was wir schon beim Rundgang feststellten: die Arbeit bei der ESA macht einfach Spaß.
Die Mitarbeiter fühlen sich als Einheit. Und dass, obwohl sie aus verschiedenen Ländern und Berufsfeldern kommen.
"Die Arbeit war immer abwechslungsreich und interessant", sagt ein  Mathematiker und Informationsverschlüssler, der seit 10 Jahren bei der ESA tätig ist.
Wir hatten noch die grandiose Möglichkeit, mit einem der wichtigsten Männer beim Raketenstart zu reden: Nigel Head, Ground Operations Manager.
Der gebürtige Engländer kam vor 25 Jahren nach Darmstadt zur ESA.

Er erzählte von der Leidenschaft und dem Adrenalinkick bei einem Start, welche ihm die Kraft geben die manchmal 14 Stunden Arbeit täglich zu schaffen.

Auf die Frage, ob dies denn keine Auswirkungen auf sein Privatleben hätte, antwortete er:
"Es ist mir ein wenig peinlich. Ich habe 2 Frauen und 3 Kinder. Aber ich lebe allein. Es gibt entweder den Weltraum oder Familie. So geht es vielen hier."

Es sind Menschen wie Nigel, die einen Großteil dazu beitragen, dass die ESA in letzter Zeit so viele Ergebnisse präsentieren kann.  

Als wir das ESA-Hochsicherheitsgelände verließen, lag ein großartiger Tag hinter uns. Wir werden uns wohl noch lange an dieses einmalige Erlebnis erinnern.
Faszination Weltraum. Faszination ESA.

ESA
Drucken

Merz Pharma - Alzheimerforschung

Geschrieben von Noel Dörr.

Merz-LogoSie erkennen ihre Kinder und Enkel nicht mehr, wirken apathisch, reden wirr und zusammenhanglos, wenn sie überhaupt noch dazu in der Lage sind. Sie können nichts mehr alleine. Lernen oder sich erinnern ist unmöglich. Menschen, die an schwerer Alzheimer- Demenz erkranken, bedürfen einer Rundumbetreuung.

Als der Arzt Alois Alzheimer vor knapp hundert Jahren erstmals wissenschaftlich die so genannte Alzheimer Krankheit diagnostizierte, ahnte er noch nicht, dass er damit eines der größten medizinischen Probleme der Zukunft beschrieb. Aufgrund der wachsenden epidemiologischen und sozioökonomischen Bedeutung wurde die Demenz in den vergangenen Jahren zu einem Schwerpunkt der Forschung.

Die Ursache der Alzheimer Krankheit ist das Absterben von Gehirnzellen, was zum Beispiel in einem Computertomogramm als Schrumpfung des Gehirns erkennbar werden kann. Wie es dazu kommt, ist noch immer nicht vollständig geklärt.  Doch man weiß inzwischen, dass sich im Laufe der Krankheit immer mehr Eiweiß-Spalt- Produkte im Gehirn ablagern.
Sie behindern die Reizübertragung zwischen den Nervenzellen, die für Lernprozesse, Orientierung und Gedächtnisleistungen unerlässlich ist.    

Außerdem kann man feststellen, dass die Kommunikation zwischen Neuronen, welche über bestimmte Botenstoffe, so genannte Neurotransmitter, stattfindet, bei Alzheimerpatienten nur noch unzureichend funktioniert. Es wird nicht mehr genügend Azetylcholin produziert, was bewirkt, dass die Rezeptoren am synaptischen Spalt keine Signale aussenden.

Eine weitere wichtige Rolle bei der Entwicklung einer Demenz spielt der Neurotransmitter Glutamat. Er steuert 70 Prozent der Nervenzellen.
Beim gesunden Menschen sorgt Glutamat dafür, dass Lern- und Gedächtnisvorgänge stattfinden können. Bei Patienten mit Demenz ist die Glutamatkonzentration zwischen den Nervenzellen anhaltend erhöht, die Nervenzellen werden quasi dauererregt. Dadurch können Signale nicht mehr richtig erkannt und weitergeleitet werden. Schließlich kann die Nervenzelle der ständigen Überreizung nicht mehr standhalten, verliert ihre Funktionsfähigkeit und stirbt ab. Je mehr Nervenzellen auf diese Weise zugrunde gehen, desto ausgeprägter werden die wahrnehmbaren geistigen und alltäglichen Defizite. In diese beiden krankhaften Prozesse im Gehirn können Medikamente eingreifen und die Symptome der Alzheimer Demenz verbessern oder den Krankheitsverlauf verzögern.

Der Wirkstoff Memantine verändert die schädlichen Auswirkungen von Glutamat an den Rezeptoren, indem er die Anregung der Nervenzelle reguliert. Andere Wirkstoffe wie Donezepil, Rivastigmin und Galantamin verhindern, dass bereits gebildetes Acetylcholin im Gehirn wieder abgebaut wird.

Merz Pharma ist zurzeit die einzige Firma, die ein Mittel zur Behandlung der mittel bis schweren Alzheimererkrankung auf dem Markt hat.
Drucken

Kanitscheider - Einstein

Geschrieben von Joachim Sieben.

BuchtitelMit Prof. Bernulf Kanitscheider (Univ. Gießen) konnte die Liebigschule einen der renommiertersten deutschsprachigen Naturphilosophen für einen Vortrag zum Internationalen Jahr der Physik gewinnen. Mit seinem 1979 zum 100. Geburtstag Einsteins erschienen Buch "Das Weltbild Albert Einsteins" hat Kanitscheider eine Bestandsaufnahme von Einsteins naturphilosophischem Credo vorgelegt, die bis zu diesem Jahr nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Prof. Kanitscheider wird am Donnerstag, 7.7.2005, um 14.00 Uhr (c.t.) in der Aula vor Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufen 11 und 12 über Einstein vortragen und dabei seinen Schwerpunkt auf dessen naturphilosophische Überzeugungen legen. Im Anschluss wird es die Möglichkeit zur Diskussion geben.
Gäste aus der Schulgemeinde sind an diesem Tag willkommen.

Drucken

Tekno-Reporter erfolgreich

Geschrieben von Joachim Sieben.

Die PreisträgerUnter dem Titel "Tekno-Reporter" starteten im November 2004 das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und das Hessische Kultusministerium einen originellen und bundesweit einmaligen Wettbewerb. Schülerinnen und Schüler sollten für Wissenschaft und Technik begeistert werden, indem sie als "Tekno-Reporter" Firmen und Forschungseinrichtungen besuchen und über die Besuche berichten sollten. Für die Teilnehmer bot sich so die Möglichkeit, hinter viele normalerweise verschlossene Türen zu schauen, und die eingereichten Beiträge haben die Jury ganz offensichtlich beeindruckt.

Auf Anregung ihres Physiklehrers, Herrn Schäfer, nahmen auch Nils Stöckmann, Lilian Weber und Noel Dörr am Wettbewerb teil. Auf eine erste Veranstaltung über die Grundlagen der journalistischen Arbeit folgten mehrere Exkursionen, z.B. zu den Firmen Opel und Merck oder zur Zentrale der Europäischen Weltraumorganisation in Darmstadt.

Am 4.Oktober wurden nun in Anwesenheit des zuständigen Ministers Corts, des Staatssekretärs im Hessischen Kultusministerium Jacobi, sowie von Vertretern der Sponsoren des Wettbewerbs die Preisträger bekannt gegeben und geehrt (oberes Bild). Sowohl der Minister als auch Herr Jacobi wiesen auf die besondere Bedeutung der naturwissenschaftlich-technischen Bildung hin.
Die LIO-ReporterLilian Weber wird im kommenden Jahr im Vip-Bereich der Europäischen Weltraumorganisation ESOC in Darmstadt den Start der ersten europäischen Venus-Mission verfolgen. Für Noel Dörr gab es einen Gutschein für ein Jahresabonnement einer wissenschaftlichen Zeitschrift. Über die ebenfalls ausgezeichneten Beiträge vieler andere Schulen kann man sich im Internet ein Bild machen.
Die Liebigschule kann sich außer über den Erfolg ihrer Schüler auch über einen besonderen Preis freuen. Als eine der beiden aktivsten Schulen gewann sie einen Laptop-Computer, der besonders im Physikunterricht eingesetzt werden soll. Das untere Bild zeigt außer den Teilnehmern auch noch Herrn Schäfer, Herrn Sieben und Herrn Kreutz, den Vertreter der Firma Buderus, die unseren Computer gestiftet hat. Herr Kreutz hat in einem Gespräch nach der Preisverleihung auf die räumliche Nähe zwischen Gießen und Lollar und die interesanten Besichtigungsmöglichkeiten in Lollar hingewiesen. Den Kolleginnen und Kollegen sei diese Möglichkeit besonders ans Herz gelegt.