Radfahren mit nahezu Lichtgeschwindigkeit
Einsteins Relativitätstheorie ist oft eine echte Herausforderung. Zu sehr widersprechen seine revolutionären Erkenntnisse unseren Alltagswahrnehmungen. Die Zeit vergeht plötzlich für sehr schnelle Personen langsamer, Längen schrumpfen, Massen nehmen zu, Licht wird gekrümmt und vieles scheinbar Unmögliche mehr. Diese komplizierten Zusammenhänge so darzustellen, dass sie auch für Schüler ab der 9. Jahrgangsstufe begreifbar sind, ist das Ziel des Einsteinmobils, das von der Stiftung Interaktive Astronomie und Astrophysik aus Tübingen entwickelt wurde und vom 21.05. bis 7.06. an der Liebigschule zu Gast war.
An mehreren PC-Stationen wurden Themen aus der Allgemeinen und Speziellen Relativitätstheorie den Schülern nahegebracht. Vier einfache Filme erklärten Inhalte der von Einstein 1905 veröffentlichten Speziellen Relativitätstheorie. Weitere Filme befassten sich mit den Verzerrungen, sogenannten Lichtlaufzeiteffekten, die bei den hohen Geschwindigkeiten wahrgenommen werden.

Anhand der Simulation eines Fluges oder einer Fahrradfahrt durch die Altstadt Tübingens konnte man diese Effekte selbst erleben.

Für die Fahrradfahrt wurde ein Trimm-dich-Fahrrad speziell umgebaut, so dass die Simulation besonders interaktiv war. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h erreichte man in der Simulation 99% der Lichtgeschwindigkeit, wobei Häuserfronten stark gekrümmt erschienen.

Mit seiner Allgemeinen Relativitätsheorie zeigte Einstein, dass beispielsweise Licht durch Gravitation abgelenkt wird. Hierzu veranschaulichte ein PC wie schwarze Löcher aufgrund ihrer hohen Schwerkraft die Umgebung um sie herum verzerren, was die Schüler auch an sich selbst ausprobieren konnten.




(Foto: Czernek)