Home
Trierfahrt 2012 der Jahrgangsstufe 9 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Miriam Köhler   
Montag, den 14. Mai 2012 um 08:26 Uhr

An den Iden des März im Jahre MMXII war es wieder soweit: 52 unerschrockene Römer machten sich auf, um voller Tatendrang und Elan die wunderschöne Stadt Treveris (Trier) zu erobern. Ihr Wagenfahrer Ali geleitete die tapferen 52 und ihre vier nicht minder mutigen Begleiter (Herr Henrichs, Frau Köhler, Herr Czerney und Herr Ansbacher) sicher bis fast ins Lager, den Warsberger Hof. Die letzten 500m wurden mitsamt Gepäck in strammem Fußmarsch zurückgelegt, dann konnten auch schon die Quartiere bezogen werden. Nach einer kleinen Stärkung begann sogleich der Eroberungsfeldzug: Strategisch geschickt teilte man sich in zwei Lager, um Amphitheater und Konstantinbasilika zu bezwingen und nach einem erholsamen Aufenthalt in den Kaiserthermen die Porta Nigra zu besetzen. Nach einer kurzen Einweisung durch den Centurio und der offiziellen Aufnahme in die römische Armee wurden hier Steine auf Feinde geschleudert, wurde siedendes Öl auf die Angreifer geschüttet, wurden Steinmetze ausgebildet und die Geschichte der Porta Nigra so lebendig erzählt, dass das Volk auf der Straße ehrfürchtig innehielt, wenn 56 Römer inbrünstig „Ja, mein Centurio!“ brüllten.

Treppauf und treppab ging es durch die Porta Nigra und die Geschichte derselben. Wir trafen nicht nur auf Römer, sondern auch auf Bischöfe, Architekten und Einsiedler und schließlich auf den Kriegsgott selbst – Mars, der uns lehrte, dass sich auch nach über zweitausend Jahren die Menschen vor seinem Einfluss fürchten müssen.

Erschöpft von so vielen Eindrücken und der beeindruckenden Präsenz der römischen Kultur an den Ufern der Mosel, kehrte ein Teil der Truppe zur Stärkung bei den Nachfahren der Römer ein und futterte sich durch Riesenportionen Pasta und Pizza, bevor wir ins Lager zurückkehrten. Hier bereitete uns ein erholsamer, wenn auch für den einen oder die andere etwas kürzer geratener Schlaf auf die Strapazen des nächsten Tages vor: Rheinisches Landesmuseum, Villa Borg und Villa Nennig standen auf der Beuteliste. Ehrfürchtig wurden Statuen bestaunt, Musenmosaike betrachtet und Inschriften entziffert; wir wandelten auf römischem Boden durch lebendig gewordene Antike und aßen sogar römisches Brot. Es wurde gelacht, getanzt und gesungen (Dank an unsern privaten Opernstar Czerney – live in der Basilika!), bevor wir glücklich, erschöpft und reich an Eindrücken in die Heimat zurückkehrten. Abschließend können die vier Anführer mit Stolz behaupten, dass sich die Truppen tapfer geschlagen haben! Bis bald, Treveris, du schöne Stadt an der Mosel! Wir kommen wieder!

img_0147.jpg verkleinert

 
Nacht der Stimmen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sabine Schuppe   
Mittwoch, den 09. Mai 2012 um 19:47 Uhr

Ehrung der Preisträger des LI(O)teraturwettbewerbs

„Wie das Licht der Sonn´strahlend sich ergießt“ - Sarah Bender eröffnete mit dem Song „Die Schöne und das Biest“ aus dem gleichnamigen Musical einen kurzweiligen Abend, in dessen Mittelpunkt die Ehrung der Preisträger des diesjährigen LI(O)teraturwettbewerbs standen. Dieser hatte anlässslich des  175-jährigen Schuljubiläums  das Motto „ 1837-2012 – Schulgeschichten aus eindreiviertel Jahrhunderten“. Der Fachbereich Deutsch hatte im vergangenen Herbst diesen Wettbewerb ausgerufen, im Dezember hatten, rechtzeitig zum Abgabetermin, viele Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen ihre Texte eingereicht.

p5027832.jpg verkleinert

Frau Dr. Silke Regin und Frau Anni Sander

 

Dr. Silke Regin und Anni Sander, die für die Ausrichtung dieses Wettbewerbs verantwortlich waren, freuten sich über den zahlreich besuchten Abend, der den  Gewinnern Gelegenheit bot, aus ihren Texten zu lesen. Schulleiter Dr. Scherließ ergriff gleich zu Beginn die Gelegenheit, das Publikum zu begrüßen. Es seien nicht nur die Großereignisse, die gefeiert würden. Gerade die intimeren Veranstaltungen  spiegelten in exemplarischer Weise das reiche Schulleben wider. Viele Jahr schon biete der LI(O)teraturwettbewerb den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Texte zu den unterschiedlichsten Themen zu schreiben und das ohne Anbindung an den Unterricht. Sein besonderer Dank ging an die beiden verantwortlichen Deutschlehrerinnen, die diesen Wettbewerb organisiert  und begleitet haben. Besonderes Augenmerk richtete er auch auf die Tatsache, dass die „Nacht der Stimmen“ nur durch die enge Kooperation der Fachbereiche Deutsch und Musik zustande gekommen sei. Sarah Bender, Julia Sauer, Johanna Korf und Katharina Sahmland  präsentierten eine bunte Mischung aus Lied, Operette und Musical, am Klavier begleitet von Hermann Wilhelmi und Dr. Jörg Abel. In Abwesenheit des Komponisten führten die beiden Musiklehrer auch eine Liedvertonung des Abiturienten Daniel Schneider  zum Gedicht „Aus grauem Himmel!“ von Arno Holz auf. Die musikalischen Beiträge bereicherten die Textlesungen, die alle die sonst im Verborgenen liegenden literarischen Begabungen der Preisträger erkennbar werden ließen.

p5027842.jpg verkleinert

Julia Sauer

Mariya Burbelka aus der Jahrgangsstufe 5 eröffnete die Lesung mit ihrer Geschichte „Eine Reise in die Zukunft“. In dieser Geschichte werden Zukunft, Vergangenheit und Gegenwart der Liebigschule lebendig, es wird deutlich, wie viel sich in 175 Jahren seit Gründung der Liebigschule verändert hat. Mit „ Das Stinkbombenattentat“ nimmt Johann Schuppe aus der Jahrgangsstufe 7 den Zuhörer auf amüsante und fesselnde Weise mit auf eine Reise durch einen außergewöhnlichen Schulalltag. Eva Purdak übernahm die Lesung des ebenfalls preisgekrönten Textes der erkrankten  Anne Kullek aus der Jahrgangsstufe 8. Ein fiktiver Schulleiter blickt an seinem letzten Schultag zurück auf die Entwicklungen „seiner“ Schule und stellt die Frage nach dem wichtigsten Ziel eines jeden Schulleiters. „Der letzte Tag“ gibt eine klare Antwort: „Wenn die Schüler diese Schule gerne besucht haben, dann ist das wichtigste Ziel eines Schulleiters erreicht.“ Der Oberstufenschüler Lukas Röll begibt sich mit seinem Text“ Wir? Nichts.“ auf eindrucksvolle Weise auf eine Reise, in der nicht das Ziel, sondern der Weg entscheidend ist. Dabei nimmt er den Zuhörer mit auf die Suche nach der eigenen Existenz und der Antwort auf die Frage: Was ist die Wahrheit? Der Kreis wurde geschlossen durch den Vortrag des amüsanten Gedichts“ Unsere Schule – damals und heute“ von Annika Lienard aus der Jahrgangsstufe 5.

p5027836.jpg verkleinert

Mariya Burbelka

Alle Teilnehmer des Wettbewerbs konnten abschließend eine Urkunde mit einer Würdigung ihres Textes in Empfang nehmen. Die Sieger freuten sich über Buchgutscheine, die vom Verein der Ehemaligen der Liebigschule unter dem Vorsitz von Frau Sigrid Bachmann gestiftet wurde. Und sehen mit Vorfreude dem nächsten LI(O)teraturwettbewerb entgegen.

p5027884.jpg verkleinert

Alle Stimmen der "Nacht der Stimmen"

 
Videos zum LIO.175-Festakt PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Filmteam LS.NET   
Sonntag, den 06. Mai 2012 um 21:01 Uhr

 

Am 27.04.12 war es soweit: Man erwartete hohe Prominenz an der Liebigschule;  Gäste aus Politik, Gesellschaft und öffentlichem Leben kamen mit Vertretern der Schulgemeinde in der Aula der Justus-Liebig-Universität  um das 175-Jährige Bestehen eines alteingessenen Gießener Gymnasiums feierlich zu zelebrieren. Einen herzlichen Applaus und Bühne frei: Hier kommt "LIO.175 - Die Gedanken sind frei!"



 

Teil 1 des Hauptvideos





 

Teil 2 des Hauptvideos

 

 

 


 

Interviews zum Abend

 

 
Parisfahrt der Einführungsphase PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Nicole Stelter   
Mittwoch, den 02. Mai 2012 um 22:19 Uhr

p1030658.jpg verkleinert

 

Die Französisch-Schülerinnen und Schüler der Einführungsphase hatten in der Woche nach den Osterferien die Möglichkeit, die bereits im fünften oder sechsten Jahr gelernte Fremdsprache in authentischen Sprachsituationen im Zielsprachenland anzuwenden…und zwar nicht irgendwo, sondern direkt in der französischen Hauptstadt mit ihrem unverwechselbaren Charme und ihrer Lebendigkeit.

Nicht ohne Grund sagte Heinrich Heine über Paris „Wenn der liebe Gott sich im Himmel langweilt, dann öffnet er das Fenster und betrachtet die Boulevards von Paris.“

 

Ausgangspunkt für die Entdeckungstouren war das Hotel Le Méditerranéen in der Nähe der Place de la Bastille: Ein typisches französisches Hotel, für das eine 47-köpfige Reisegruppe, insbesondere beim Frühstück, eine neue Erfahrung war. Wir wurden sehr herzlich empfangen und verabschiedet und die nette Dame an der Rezeption, Djemila, stand uns stets mit Rat und Tat zur Seite.

Von dort aus waren alle Sehenswürdigkeiten der Stadt sehr gut zu erreichen. Bei der Vielfalt der Möglichkeiten und der begrenzten Zeit musste natürlich eine Auswahl getroffen werden: Neben den Sehenswürdigkeiten direkt in der Stadt wie dem Louvre, der Place de la Concorde, dem Centre Pompidou, Sacré-Coeur, Notre-Dame, der Sainte-Chapelle und dem Eiffelturm, nutzten wir unseren Bus außerdem für eine abendliche Lichtertour und eine Fahrt nach Versailles, um das einst pompöse Leben des Louis XIV zu bestaunen. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich bereits im Vorfeld über wissenswerte und interessante Details zu den entsprechenden Sehenswürdigkeiten informiert und stellten diese direkt vor Ort vor.

 

Besonders eindrucksvoll waren die Blicke von oben auf die Stadt, die wir von ganz unterschiedlichen Orten genießen konnten: Vom Arc de Triomphe auf die Place de l’Etoile, vom Eiffelturm, vom Dach des Centre Pompidou und von Montmartre, wo uns die beeindruckende Aussicht von den Stufen vor Sacré-Coeur von einem sprachtalentierten Sänger versüßt wurde.

Im Kontrast dazu stand der Blick in die Unterwelt von Paris: Der Metro einerseits, die mit 215 km Gesamtlänge und etwa 300 Stationen eines der größten U-Bahnnetze der Welt ist und den Katakomben andererseits, in denen sich die Gebeine von etwa 6 Millionen Parisern befinden.


Den letzten Abend ließen wir gemeinsam in einem Restaurant ausklingen und konnten dort die unterschiedlichsten Flammkuchen-Variationen probieren.

 

Zurückblicken können wir auf eine sehr harmonische und erlebnisreiche Woche, die, vor allem aufgrund des sehr regnerischen Wetters, zwar sehr anstrengend war, in der wir aber ein gutes Bild vom Leben in der Weltstadt Paris bekommen konnten.

 

p1030636.jpg verkleinert

 

 

 
Feierlicher Festakt zum 175. Geburtstag der Liebigschule PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Sabine Schuppe   
Mittwoch, den 02. Mai 2012 um 22:13 Uhr

Fast 400 geladene Gäste hatten sich zum feierlichen Festakt der Liebigschule in der Aula der Justus-Liebig-Universität eingefunden. Viele bekannte und prominente Persönlichkeiten aus Stadt, Land und Bund waren gekommen sowie zahlreiche Vertreter der gesamten Schulgemeinde. Sie erlebten einen ebenso feierlichen wie  kurzweiligen Abend.

Die Aufregung sei - so Schulleiter Dr. Carsten Scherließ -  sicherlich groß gewesen am 27. April 1837. Eine neue Schule sollte gegründet werden, die großherzogliche Realschule. Seitdem habe sich die Schule in beeindruckender Weise entwickelt.

 Der „Lio“ gehe es gut, so der Schulleiter in seiner Begrüßungsrede. Drei Gründe nannte er für die positive Entwicklung der Schule: die gelingenden Beziehungen der Menschen untereinander, die Zusammenarbeit aller Beteiligten bei der Schulentwicklung und das vorbildliche Engagement vieler Personen. Schulleiter einer solchen Schule zu sein, erfülle ihn meist mit Glück und auch ein wenig Stolz. Seinen  Dank richtete er an seine Vorgänger in der Schulleitung Frau Dr. Heidrun Sarges, Herrn Walter Appenheimer und Herrn Eugen Erbs, die in den letzten Jahrzehnten maßgeblich an der Entwicklung der Liebigschule beteiligt waren.

lio-festakt 038-1.jpg verkleinert

Das große Orchester unter Leitung von Michael Zarniko

Dass die Liebigschule auch weiter Stadtgespräch bleibt, dafür sorgten  die „Drei Schwätzer“ Eva Well, Annette Richter und Stefan Wagner, Mitglieder des Lehrerkollegiums, mit ihrem „Stadtgespräch“- sie „schwätzten“ über die Schwerpunkte der Liebigschule aus einem heiter-ironischen Blickwinkel und stellten unter Beweis, dass an der Lio nicht nur gelernt und gelehrt, sondern auch gelacht wird.

lio-festakt 024-1.jpg verkleinert

Die drei "Schwätzer" Annette Richter, Stefan Wagner und Eva Well

Der erste der Gratulanten war Ministerpräsident Volker Bouffier. Er hatte es sich nicht nehmen lassen, der Einladung zum Festakt zu folgen und der Schule, auch im Namen des Landes Hessen zum Geburtstag zu gratulieren, nicht zuletzt  auch aus persönlicher Verbundenheit, da  seine drei Kinder Schüler der Liebigschule gewesen seien. Er zollte in seinen Grußworten all denjenigen, die das Heranwachsen junger Menschen begleiteten, Respekt und hob einen weiteren Grund hervor, warum die Liebigschule einen ausgezeichneten Ruf genieße. Die Menschen, die sich für diese Schule einsetzten, täten mehr, als sie tun müssten. Schulentwicklung sei ein dynamischer Prozess und die Frage, wie Schule sein soll, müsse immer wieder neu gestellt, nach Antworten gesucht werden. Ein Grundgedanke aber bleibe bei aller Veränderung bestehen: Aufgabe der Schule sei es, junge Menschen so auszustatten, dass es ihnen gelinge, ihr Leben in die eigene Verantwortung zu nehmen und zu gestalten. Schule müsse von den Schülern her gedacht werden. Der Schulfriede könne nur dann gewahrt werden, wenn Reformen mit Augenmaß durchgeführt würden und die Menschen, die sie beträfen, nicht überfordert würden. Selbstständige Schule bedeute nicht, dass sich der Staat seiner Verantwortung entziehe.  Selbständige Schule zu sein führe zu einer größeren Freiheit,  Schule zu gestalten, stelle aber auch die Frage nach einem  größeren Maß an Verantwortung. Die Liebigschule habe sich aufgemacht, diese Verantwortung zu übernehmen und ihre eigene Zukunft  mitzugestalten. Für diesen Weg zu einer modernen Schule des 21. Jahrhunderts wünschte der Ministerpräsident viel Erfolg und beschenkte die Liebigschule mit einem finanziellen Beitrag zum Neubau einer neuen Cafeteria, dem größten Wunsch der Liebigschule zum 175. Geburtstag.

lio-festakt 010-1.jpg verkleinert

Frau Bouffier, Ministerpräsident Bouffier, Herr Dr. Scherließ und Frau Thorn

Auch Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, selbst ehemalige Liebigschülerin, war der Einladung zum Festakt gefolgt. Sie verwies in ihrer Rede auf die vielen positiven Rückmeldungen, die von bekannten ehemaligen Schülerinnen und Schülern der Liebigschule in der Jubiläumsfestschrift  zum Ausdruck kamen: Schule habe auf vielfältige Weise unterstützt, der zu werden, der man geworden sei. Die Liebigschule sei aus der Stadt nicht wegzudenken, sie spiele eine zentrale Rolle in der städtischen Schullandschaft und möge auch in Zukunft ihre große Lebendigkeit bewahren. Von Seiten der Stadt wurde und werde die Schule unterstützt. Geeignete Rahmenbedingungen, z.B. durch die Sanierung des Schulgebäudes und Neugestaltung des Schulhofes, sollen dazu beitragen, aus Schülern und Schülerinnen junge Persönlichkeiten zu machen.

lio-festakt 061-1.jpg verkleinert

"Die Gedanken sind frei" - Peter Schmitt präsentiert die Entwicklungsgeschichte  eines Liedes

 

Die Festrede hielt der Hausherr der Universitätsaula, Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. Gleich zu Beginn zollte er der Festveranstaltung großes Lob. Eine solche Kurzweil erlebe man bei Veranstaltungen dieser Art selten, da könne sich Universität eine Scheibe von Schule abschneiden. In den Mittelpunkt seiner Festrede stellte er den gemeinsamen Namensgeber Justus Liebig. Sein Name sei programmatisch für viele Aspekte, die Schule und Universität heute ausmachten. Entwicklungspläne, Zukunftskonzept, Zielvereinbarungen, alle diese Punkte ließen sich auf Justus Liebig zurückführen, der eine lebenslange Begeisterung für sein Fachgebiet Chemie zeigte, nicht nur in Bezug auf die naturwissenschaftliche Ausbildung, vielmehr vor dem Hintergrund des Strebens nach einer höheren Geisteskultur. Ein Studium der Chemie bedeutete schon Justus Liebig nicht nur das Vermitteln von Wissen, sondern die umfassende Persönlichkeitsbildung junger Menschen. Justus Liebig sei die Qualität der Lehre vor dem Hintergrund dieses Bildungsauftrags bewusst gewesen: Wie könne es gelingen, die Ergebnisse der Grundlagenforschung gut verständlich einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln? Diese Frage sei heute für Schule und Universität gleichermaßen von enormer Bedeutung.  Justus Liebig habe sie bereits beantwortet: Mit seinem Modell, ein Lehrer müsse gleichermaßen Forscher sein wie ein Forscher Lehrer, sei maßgeblich gewesen für das demokratisch notwendige Entstehen der modernen Bildungsgemeinschaften. Justus Liebig wäre, so Mukherjees These, sicherlich Anhänger der Bologna-Idee gewesen, deren Umsetzung an den Universitäten den Prozess der Internationalisierung von Forschung begleite. Der Verzahnung von Schule und Universität käme vor dem Hintergrund dieser Reform eine immense Bedeutung zu: Schule müsse ihre Schulabgänger so stark machen, dass sie in der Lage seien, zu Beginn ihrer universitären Ausbildung durchzustarten. Alle wesentlichen Entwicklungen, die eine moderne Universität ausmachten, internationale Vernetzung, Verbindung von Forschung und Lehre sowie deren Praxisorientierung, spiegele sich bereits im Schulalltag wider. Ein Schüler, der die Liebigschule mit dem Abitur in der Tasche verlasse, hatte die Möglichkeit, an internationalen Austauschprogrammen teilzunehmen oder sich beruflich z.B. durch Berufspraktika zu orientieren. Der Lehrerausbildung messe die Justus-Liebig-Universität deshalb ein besonderes Gewicht bei: In Gießen können alle lehramtsrelevanten Fächer studiert werden, die in Gießen bereits durchgeführte Lehrerbildungsreform zeigt, dass die Ausbildung der Lehrer nicht ein fünftes Rad am Wagen sei, sondern unabdingbar, um eine beständige Verbesserung von Ausbildung durch entsprechend ausgebildete Lehrer auch in den Schulen zu gewährleisten. Den Lehreinnen und Lehrern, denen, die es an der Liebigschule schon sind und denen, die es noch werden wollen, wünschte Mukherjee die Begeisterung für ihre Fächer, wie sie Justus Liebig für sein Fach Chemie hatte, Durchhaltevermögen und bessere Arbeitsbedingungen, als sie der gemeinsame Namensgeber hatte. Mit einem  humorvollen Ausblick auf eine durchaus vorstellbare gemeinsame 600- Jahr-Feier von der Schule und der Universität in wenigen Jahren verband Mukherjee seinen Wunsch nach einer noch stärkeren Zusammenarbeit der beiden Bildungsinstitutionen und überreichte abschließend Schulleiter Scherließ die silberne Gedenkmünze Justus von Liebig.

Seinen feierlichen Rahmen erhielt der Festakt, wie könnte es bei einer Schule mit Schwerpunkt Musik anders sein, durch das Orchester der Liebigschule. Mit der mitreißenden Konzertsuite „Harry Potter und der Feuerkelch“ von Patrick Doyle eröffnete das große Orchester der Liebigschule diesen besonderen Abend eindrucksvoll unter der Leitung von Michael Zarniko. Dass an der Liebigschule auch im musikalischen Bereich traditionsbewusst gearbeitet wird, zeigte die Abiturientin Sarah Breitstadt mit dem 1. Satz des Flötenkonzerts von Christoph Willibald Gluck. Die junge Solistin wurde vom großen Orchester begleitet, dirigiert von Dr. Jörg Abel. Unter der Leitung von Peter Schmitt intonierte ein Lehrer-Schüler-Elternchor das Lied „Die Gedanken sind frei“, ein Lied, das im Gründungsjahr der Lio seinen „Siegeszug“ begann. Den Schlusspunkt setzte das Kammerorchester unter Leitung von Sabine Schuppe mit dem Tango „El Choclo“. Bevor der zweite Teil des Abends bei einem kleinen Buffet und mit Live-Musik der Band „Lavender“ begangen werden konnte, bedankte sich Schulleiter Scherließ für die Wertschätzung aller Gäste, die sie mit ihrem Kommen zum Ausdruck gebracht hatten.

lio-festakt 119-1

 Lavender

 

 
<< Start < Zurück 1 2 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 2